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Ausgewählte Ausgabe: 12-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Über 90 Prozent schneller fertigen

Bei kundenspezifischen Formplatten vertraut die Knarr Unternehmensgruppe auf Kreissegmentfräser von Franken. Im Zusammenspiel mit speziellen 5-Achs-Strategien erlauben diese neuartigen Hartmetallfräser eine deutlich größere axiale Zustellung. Das Ergebnis sind höhere Standzeiten und „Top“-Oberflächen, die nun viel schneller gefräst werden.


Vor gut drei Jahren präsentierte Emuge-Franken einen neuentwickelten Fräsertyp, den es am Markt bisher nicht gab. Die Rede ist von „Kreissegmentfräsern“ aus Vollhartmetall (VHM), die bei ihrer Premiere als Hauptmerkmal über eine konisch-tonnenförmige Schneidengeometrie verfügten. Der Clou: Durch den so erzielten größeren Schneidenradius kann bei vielen Bearbeitungsaufgaben beim Schlichten gegenüber herkömmlichen Kugel- oder Torusfräsern – bei mindestens gleicher oder sogar besserer Oberflächengüte – eine deutlich größere axiale Zustellung gefahren werden.

Das fortschrittliche Verfahren

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Bild 1.
Das dem beschriebenen Testwerkstück ähnliche Demo-Teil, aufgespannt auf der Maschine: Durch die viel größeren Bahnabstände, die mit den speziell für Kreissegmentfräser entwickelten 5-Achs-Strategien möglich sind, reduzieren sich die Schlichtzeiten um bis zu 90 % und mehr.

Doch warum Kreissegment? „Prinzipiell lautet beim Schlichten die Faustformel: Je größer der Werkzeugdurchmesser, desto mehr kann zugestellt werden”, erklärt Walter Bauer, Außendienstmitarbeiter von Emuge-Franken. Und hier kommt bei den Kreissegmentfräsern nun zusätzlich das CAM-System ins Spiel, dessen Algorithmen einen vielfach größeren Werkzeugradius verrechnen können. „Es ist nur ein Segment des Kreises auf dem Umfang des Werkzeugs abgebildet. So erzeugen wir einen theoretischen Kreis und damit Bewegungen, die einem Kugelfräser mit Schneidendurchmesser von 12 mm bis zu 3000 mm und mehr entsprechen können.“ Den Effekt bringt Bauer so auf den Punkt: „Die Bearbeitungszeit sinkt erheblich, das Werkzeug hält deutlich länger und ich erhalte eine noch bessere Oberfläche.“
Dies bestätigt auch Marco Mergner von der Knarr Unternehmensgruppe, einem Komplettanbieter für den Werkzeug- und Formenbau im nordbayerischen Helmbrechts. „Wir haben seit Oktober 2016 die Kreissegmentfräser von Franken im Einsatz und waren, trotz anfänglicher Skepsis, nach den ersten Tests von den Vorteilen überzeugt”, so der Leiter der Abteilung für Plattenbearbeitung und Formaufbaufräsen des oberfränkischen Erfolgsunternehmens. Neben einem großen Katalogprogramm an Platten aus dem Spezialformenstahl „Toolox 33“ sowie zahlreichen Standardwerkzeugstählen werden von Knarr seit gut vier Jahren auch Formplatten angeboten, die nach Kundenvorgabe bearbeitet ausgeliefert werden, Bild 1. Um die Bearbeitung solcher Formplatten ging es auch, als bei Knarr getestet wurde, ob die Kreissegmentfräser in der Praxis wirklich so gut sind, wie es der Hersteller Franken verspricht.

CAM-System gab den Anstoß

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Bild 2.
Auf Basis des 3D-CAD-Modells werden bei Knarr die NC-Programme mit „Hypermill“ von Open Mind generiert. Das Kreissegmentfräsen wird hierbei vom Modul „Maxx Machining“ unterstützt.

„Mir war Emuge-Franken zwar von den Gewindebohrern bekannt, auf das Thema Tonnenfräser sind wir aber über die Firma Open Mind aufmerksam geworden”, erinnert sich Mergner. Denn die NC-Programme für die hochmodernen und zum großen Teil 5-achsigen Bearbeitungszentren entstehen fast ausschließlich mit dem CAM-System Hypermill, Bild 2. Zu den diversen verwendeten Ausbaustufen der CAM-Software zählt bei Knarr auch das Modul „Maxx Machining“.

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Autoren

 Wolfgang Bahle

arbeitet für die Agentur Avisio in München

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