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Ausgewählte Ausgabe: 12-2017 Ansicht: Modernes Layout
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MES und CAQ – Drehscheibe für Industrie 4.0


Industrie 4.0 ist weit mehr als ein Trendthema und wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahren hochaktuell bleiben. Ob Konzern oder Mittelstand: Die Notwendigkeit, die Digitalisierung und Vernetzung im eigenen Unternehmen voranzutreiben, ist unumstritten – liegt hier doch der Schlüssel für eine hochflexible, „intelligente“ und vor allem effiziente Fertigung. Die Voraussetzung, um dieses Ziel zu erreichen, sind aussagekräftige Daten aus Maschinen und Anlagen, aus Produktionsprozessen und den Produkten selbst. Zu Kennzahlen verdichtet, liefern sie die Handlungsgrundlage, Services zu verbessern, die Fertigungsperformance zu steigern und schneller auf abweichende Produktqualität und Prozessfehler zu reagieren.
So spiegelt sich die Relevanz des Themas „Produktionsüberwachung“ auch in den Revisionen der aktuell überarbeiteten Normen wider. Insbesondere macht die neue IATF 16949 diese Brisanz mit den erweiterten Punkten „Prozesseffektivität und -effizienz“, „Total Productive Maintenance (TPM)“ sowie „Überwachung und Messung von Produktionsprozessen“ deutlich. Damit stehen die produzierenden Unternehmen vor der Herausforderung, wie sie eben diese Anforderungen umsetzen. Nicht allein, weil es die Norm fordert, sondern auch im Sinne der eigenen Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit.
Die CAQ (Computer Aided Quality)- und MES (Manufacturing Execution System)-Lösungen der Böhme & Weihs Systemtechnik werden hierbei zum Informations- und Kennzahlenvermittler. Dabei ist es unerheblich, ob das CAQ oder das MES federführend ist. Fertigungsdaten werden beschafft, verdichtet und dann die tatsächlich relevanten gefiltert und zu Informationen aufbereitet. Eng vernetzt, tauschen beide Systeme Informationen und Kennzahlen selbständig aus, um Aktionen anzustoßen oder sich sogar gegenseitig aktiv zu steuern.
Die Anwendungsszenarien hierbei sind vielfältig und der Effizienzgewinn bei jedem einzelnen Szenario groß. Wie das Beispiel zur Steuerung der Teileentnahme für die qualitätsorientierte Prozesssteuerung zeigt: Das MES erfasst und meldet fortlaufend die produzierte Teilemenge an das CAQ-System. Sobald die entsprechende Stückzahl erreicht ist, fordert das CAQ-System den Werker zur Teileentnahme und Stichprobenprüfung auf. Sogar die direkte Kommunikation mit der Maschine selbst ist möglich: Angestoßen durch das CAQ sind Maschinen mit entsprechenden Vorrichtungen in der Lage, die Prüfteile ganz automatisch selbst bereitzustellen.
Über eine zentrale Informationscloud befinden sich nicht nur CAQ, MES und der Maschinenpark im aktiven Dialog, sondern auch alle weiteren Organisationssysteme wie ERP / PPS (Enterprise Resource Planning / Produktionsplanung und -steuerung), CAD-Lösungen, Office und Outlook, bis hin zu Messsystemen und sogar Handmessmitteln. Die Leistungsfähigkeit solch vernetzter Lösungen zur Qualitäts- und Produktionsüberwachung hängt allerdings davon ab, wie tief sie in die Fertigungs- und Unternehmensprozesse integriert sind. Dafür haben wir unsere Lösungen gezielt auf den Industrie 4.0-Einsatz ausgerichtet. Deviceunabhängig, cloudfähig, webbasiert – mit diesen Eigenschaften entsteht ein globales Netzwerk zur Produktions- und Qualitätssteuerung: Aus jeder Maschine und jedem Sensor, ob direkt „vor Ort“ oder an internationalen Standorten, stehen die Informationen zur Verfügung. Ungeplanter Maschinenstillstand in China? Steigende Ausschussquote während der Nachtschicht? Mit den in Echtzeit per Cloud übernommenen Fertigungsdaten werden die zuständigen Mitarbeiter sofort alarmiert, beispielsweise per Smartphone, um Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Zu keinem Zeitpunkt waren Unternehmen reaktionsfähiger als heute. Und analog zum technologischen Fortschritt werden sich auch die Anwendungsszenarien immer weiterentwickeln. Für den deutschen Wirtschaftsstandort wird Industrie 4.0 in den kommenden Jahren zu einem herausragenden Merkmal. Mit dem richtigen Partner an der Seite, ist diese vierte industrielle Revolution für alle produzierenden Unternehmen nicht nur umsetzbar, sondern auch enorm chancenreich, wie Böhme & Weihs mit seinem ganzheitlichen Industrie 4.0-Konzept zeigt.

Autoren

Prof. Dr. Norbert Böhme

Geschäftsführer der Böhme & Weihs Systemtechnik GmbH & Co. KG in Wuppertal.