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Ausgewählte Ausgabe: 12-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Energiezuführungen aus Hochleistungskunststoffen

Schneller, effizienter, langlebiger: Geht es um das wertvolle Innenleben seiner Anlagen, vertraut der Automatisierungsspezialist Besi Austria auf igus-Energiezuführungen aus Hochleistungskunststoffen. Die Tiroler konnten damit unter anderem die Laufzeit ihrer Anlagen verlängern.


Wenn ein Automat zur Bestückung von Silizium-Bauteilen plötzlich Ausschuss in Serie produziert, entstehen schnell hohe Kosten. Genau dieses Problem gab es bei einem Kunden von Besi. Fehlerquelle waren Energiezuführungen, die zu viel Abrieb „produzierten“. Der Abrieb fiel auf die zu bestückenden Trägermaterialien – und das führte anschließend zu fehlerhaften Produkten. Hinzu kam, dass die Lebensdauer der bisher verwendeten Ketten zu kurz war.
Bevor die Bauteile in nachgelagerten Prozessen mit dem Trägermaterial verbunden beziehungsweise verlötet werden, müssen die bestückten Produkte möglichst frei von Partikeln sein. Um dies zu gewährleisten, müssen Energieketten sowie Leitungen für Strom, Daten und Pneumatik, die die Achssysteme in Bestückungsautomaten bewegen, aus hochwertigen Materialien bestehen und bestens funktionieren. Darauf setzen Kunden von Besi, zum Beispiel führende multinationale Chiphersteller sowie Elektronik- und Industrieunternehmen. „Unsere Bestückungsautomaten profilieren sich vor allem durch ihre Geschwindigkeit und Bestückungsgenauigkeit. Das sind zwei konkurrierende Parameter, die wir gegenüber unseren Wettbewerbern sehr gut in Einklang bringen“, erklärt Daniel Schmid, Team Leader „Electronics System Components & Integration“ bei Besi Austria.

Gemeinsam zur besten Lösung

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Bild 1.
Besi Austria und igus entwickelten gemeinsam an der besten Lösung, um die hochwertigen Bestückungsautomaten sicher und langlebig mit Energieketten und Leitungen zu versorgen.

Um diesen Wettbewerbsvorteil wieder voll auszuschöpfen, wurde mit dem Partner igus eng zusammengearbeitet. Überall, wo Abrieb an bewegten Stellen entstehen könnte, kommen die „motion plastics“ – die igus-Hochleistungskunststoffe für bewegte Anwendungen – zum Einsatz, Bild 1. Beide Partner arbeiteten Hand in Hand, um die optimale Lösung zu finden. Der Support von igus umfasste hierbei die wesentlichen Punkte „Auswahl des geeigneten Materials“ sowie „Konfiguration in der Anlage“.
Vorab wurden die Anforderungen an die Energieketten und Leitungen definiert. Dafür sind einige Rahmenbedingungen zu beachten. Die Anlagen werden immer leistungsfähiger und der Platz im Inneren einer e-Kette wird zusehends kleiner. „Sobald dieser Bauraum überfüllt ist, steigt das Risiko, dass Reibung ins Spiel kommt“, erklärt Florian Plörer, technischer Verkaufsberater e-Ketten und -Systeme bei igus. „Deshalb mussten spezielle Materialien gefunden werden, die diese Anforderungen erfüllen und so gut wie keinen Abrieb mehr erzeugen.“
Trotz der großen Anzahl von Hüben bei Besi entsteht heute so gut wie kein Partikelabrieb mehr, denn es befinden sich nun Systeme im Einsatz, die sonst sogar extreme Reinraumklassen erfüllen müssen. Des Weiteren wurden Vorgaben hinsichtlich der Beschleunigungswerte, des kleinsten Biegeradius, der Verfahrwege und der Lebenserwartung aufgestellt. Eine besondere Herausforderung waren die engen Biegeradien bei einer gleichzeitig extremen Zyklenanzahl jenseits der 7000 Bestückungen pro Stunde.

Intensive Kabel- und Kettentests: 36 Monate Funktionsgarantie

Um die gestellten hohen Anforderungen zu erfüllen, mussten für gezielte Vorhersagen über die Performance und Lebensdauer in unterschiedlichen Anwendungsszenarien alle igus-Produkte intensive Testreihen durchlaufen. Hierbei legten die Verantwortlichen besonderen Wert auf „echte“ Dauertests unter realistischen Bedingungen, um eine sichere Auskunft über die Lebensdauer von den Leitungen in den Energieketten zu erhalten. Zu diesem Zweck betreibt igus als Spezialist für bewegte Leitungen in Energieketten das mit 2750 m2 größte Testlabor der Branche. Auf 65 verschiedenen Testständen werden die Produkte im Dauerbetrieb mit über 2 Milliarden Zyklen im Jahr auf ihre Belastbarkeit geprüft.
Diese „Kabel- und Kettenfolterkammer“ betreiben die Kölner nicht zum Selbstzweck. Sie dient vielmehr der konsequenten Verbesserung der Konstruktions- und Fertigungsverfahren sowie einer konkreten Berechenbarkeit der Lebensdauer. So fließen die Daten in die auf der igus-Webseite frei zugänglichen Online-Tools ein. Damit kann der Kunde gleich online die für ihn genau richtige Leitung für seine individuelle Anwendung finden und ganz unkompliziert ihre Lebensdauer berechnen.

Seite des Artikels
Autoren

 Dieter Bencer

Verkaufsleiter e-kettensysteme bei der igus polymer innovationen GmbH in Österreich

Global Player als Auftraggeber

BE  Semiconductor  Industries  mit  der  Zentrale  in  den Niederlanden ist ein weltweit aufgestellter börsennotierter Konzern,  der  Produktionsanlagen  und  Prozesse  für  die Halbleiterindustrie  entwickelt  und  fertigt.  Die  Nieder lassung in Österreich konzentriert sich auf den Geschäftsbereich der Bestückungsautomaten, welche Siliziumchips auf Leadframes, Substraten und Wafer appliziert. Die auf Besi-Maschinen  produzierten  Bauteile  finden  sich  in einem breiten Endnutzermarkt wieder, unter anderem in Mobiltelefonen, Tablets, Computern oder Fahrzeugen.
www.besi.com

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