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Ausgewählte Ausgabe: 12-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Geringere Kosten und höhere Reaktionsfähigkeit durch schlanke Fertigungssysteme

Die in der Industrie vorzufindenden Fertigungssysteme stoßen hinsichtlich Kosten, Flexibilität und Wandlungsfähigkeit an ihre Grenzen. Das Symptom ist Überproduktion und die Ursachen sind im Planungsprozess zu finden. Wissen über alternative Fertigungskonzepte ist wenig verbreitet. Etablierte Bewertungsmaßstäbe und Kostenrechnungssysteme suggerieren vermeintliche Vorteile für Fertigungssysteme, die sich später bei genauerem Betrachten als ineffizient erweisen. Darüber hinaus fehlen spezifische Methoden und Ansätze für eine zielgerichtete Planung.


Fertigungsunternehmen unterliegen einem stetigen Wandel. Neben der Investition in moderne Bearbeitungstechnik ist auch ein grundsätzliches Umdenken bei der Systemstruktur nötig.

Fertigungsunternehmen unterliegen einem stetigen Wandel. Neben der Investition in moderne Bearbeitungstechnik ist auch ein grundsätzliches Umdenken bei der Systemstruktur nötig.

Die Realisierung von geringen Kosten sowie einem Mehr an Flexibilität und Wandlungsfähigkeit erfordern ein konsequentes Umdenken in der Fertigungssystemplanung. Außerdem sind geeignete Methoden in der Bewertung und Planung von Fertigungssystemen nötig.

Aktuelle Herausforderungen für die Teilefertigung

Fertigungsunternehmen sind einem ständigen Wandel durch Innovationen, Politik, Umwelt und Wirtschaft ausgesetzt. Die aktuellen Ziele bei der Gestaltung von Fabriken umfassen neben der Wirtschaftlichkeit auch gleichberechtigt weitere Kriterien, zum Beispiel Flexibilität und Wandlungsfähigkeit [1]. Zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Rationalisierungsprogramme durchgeführt. Im Fokus standen dabei die Reduktion von Bearbeitungszeiten sowie die Senkung von Lohnkosten durch eine Erhöhung des Automatisierungsgrades. Die Beschaffung moderner Bearbeitungsmaschinen gestattete die Komplettbearbeitung von Teilen durch Verfahrensintegration.
Trotz dieser Verbesserungen sind in den Fertigungsbetrieben häufig folgende Sachverhalte zu erkennen, die auf weiteres Verbesserungspotential hindeuten:
– Länger werdende Durchlaufzeiten trotz kürzester Bearbeitungszeiten auf den Maschinen und steigender Verfahrensintegration,
– sinkende Liefertreue trotz höherer Fertigwarenbestände,
– steigende Kosten trotz hoher Auslastung und Automatisierung,
– steigende Rüstaufwände durch eine zunehmende Variantenanzahl,
– eine höhere Abhängigkeit vom Maschinenlieferanten und von Spezialisten aufgrund steigender Komplexität der Maschinen und Anlagen.
Das große Potential zur Realisierung von zukünftigen Wettbewerbsvorteilen in der mechanischen Fertigung liegt nicht in der Beschaffung und dem Aneinanderreihen von einzelnen Hightech-Maschinen. Diese Maschinen können von jedem Wettbewerber beschafft werden und gewährleisten kein Alleinstellungsmerkmal im Wertschöpfungsprozess. Konzepte zur Digitalisierung bringen erst Erfolge, sobald die notwendige Grundvoraussetzung in Form eines verschwendungsarmen und standardisierten Prozesses geschaffen ist. Um Potentiale zu heben, muss vielmehr die grundlegende Systemstruktur der Fertigung neu überdacht werden. Arbeitsabläufe sowie die Gestaltung von Maschinen und Anlagen sind ganzheitlich in Bezug auf die Leistungsfähigkeit des Gesamtwertstroms auszurichten.

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Autoren

M. Sc. Michael Feldmeth

Jahrgang 1988, ist Berater bei  der  Unternehmensberatung  Staufen.AG  in  Köngen und Doktorand am Institut für Betriebswissenschaften und Fabriksysteme der TU Chemnitz.

Prof. Dr.-Ing. Egon Müller

Jahrgang 1952, ist Direktor des  Instituts  für  Betriebswissenschaften  und  Fabriksysteme sowie Leiter der Professur Fabrikplanung und  Fabrikbetrieb der TU Chemnitz.

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