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Ausgewählte Ausgabe: 11-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Agiles Projektmanagement mit Scrum

Agiles Projektmanagement ist aktuell eines der Leitthemen, wenn es um modernes Management von Projekten geht. Kaum eine Vortragsveranstaltung vergeht, auf der nicht in mindestens einem Beitrag darüber berichtet wird. Dabei finden sich häufig Erfahrungsberichte aus Softwareprojekten. In dieser Branche hat das agile Projektmanagement auch seine Wurzeln, schließlich lassen sich gerade Softwareprojekte mit klassischen Methoden schlecht managen, weswegen viele Vorhaben weder in der gewünschten Zeit noch im gewünschten Budget abgeschlossen werden.


Mit der Methode „Scrum“ lässt sich auch die Effizienz der Produktentwicklung im Maschinen- und Anlagenbau deutlich steigern.

Mit der Methode „Scrum“ lässt sich auch die Effizienz der Produktentwicklung im Maschinen- und Anlagenbau deutlich steigern.

Das Unternehmen ProWerk berät mittelständische Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau. In dieser eher konservativ geprägten Branche werden in der Produktentwicklung in der Regel klassische Projektmanagementmethoden eingesetzt. In der letzten Zeit wurde jedoch häufiger der Wunsch vorgetragen, die Projekte mit einer agilen Management-Methode durchzuführen. Die Methode „Scrum“ ist dazu gut geeignet, wobei einige Anpassungen vorgenommen werden müssen, wenn eine Maschine oder Anlage entwickelt werden soll und keine Software. Im Folgenden wird die Methode selbst beschrieben sowie die erforderlichen Anpassungen für die Entwicklung von mechanischen oder mechatronischen Systemen erläutert.

Was ist Scrum?

Scrum ist eine agile Projektmanagementmethode aus dem Informationstechnik (IT)-Bereich und eine Umsetzung des Lean-Gedankens für die Entwicklung [1;2]. Dies bedeutet, dass die Effizienz in der Entwicklung gesteigert und unnötige Tätigkeiten („Verschwendung“) vermieden werden. Der wichtigste Unterschied zu klassischen Projektmanagementmethoden ist, dass das Gesamtprojekt nicht als Ganzes geplant wird, sondern nur der nächste Projektzeitraum (der „Sprint“), woraus sich ein gänzlich anderer Projektverlauf ergibt.
Ein Sprint hat eine Länge zwischen einer und vier Wochen – ein Zeitraum, der hinsichtlich der Aufgaben und verfügbaren Kapazitäten recht genau abgeschätzt werden kann. Vorteile bieten sich daher insbesondere bei komplexen Projekten, bei denen der genaue zeitliche und inhaltliche Ablauf über die gesamte Projektlaufzeit nicht oder nur mit großem Aufwand geplant werden kann [1]. Insbesondere wenn sich Änderungen an der Ziel- und Aufgabenstellung oder auch in der Team-Zusammensetzung und den verfügbaren Kapazitäten ergeben, zieht dies bei einem klassischen Projektmanagement eine komplette Umplanung nach sich – bei einem agilen Projekt können diese Änderungen jederzeit gezielt eingesteuert werden.
In einem Scrum-Projekt gibt es verschiedene Rollen [3], Bild 1.

Bild 1.  Rollen und Ablauf in einem „Scrum“-Projekt.

Bild 1.
Rollen und Ablauf in einem „Scrum“-Projekt.

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Autoren

Dr.-Ing. Jens Köhler

Jahrgang 1978, studierte Produktionstechnik,  promovierte  am  Institut  für  Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen der Leibniz Universität Hannover und war dort bis 2015 Oberingenieur. Inzwischen ist er als Senior Consultant für die ProWerk GmbH in Wedemark tätig.

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