Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 1

CAD/CAM für den Werkzeug- und Formenbau

Das vorwiegend auf Mikrostanz- und -ziehteile spezialisierte Unternehmen Quittenbaum aus Süddeutschland wächst seit vielen Jahren kontinuierlich. „Kompromisslose Qualität“ lautet eine der Erfolgsformeln des Betriebs – und ist mit der Grund, warum alle benötigten Werkzeuge ausschließlich im eigenen Haus konstruiert und gebaut werden. Die 3D-Werkzeugbaulösung „Visi“ übernimmt dabei wichtige Funktionen.


Bild 1.  „Visi Peps-Wire“ erkennt erodierbare Geometrien des 3D-CAD-Modells automatisch und unterstützt auch Funktionen wie den automatischen Wechsel der Drahtdicken.

Bild 1.
„Visi Peps-Wire“ erkennt erodierbare Geometrien des 3D-CAD-Modells automatisch und unterstützt auch Funktionen wie den automatischen Wechsel der Drahtdicken.

Geschäftsführer Günther Schöfegger des 1982 gegründeten Betriebs mit Stammsitz im bayerischen Schönau am Königssee berichtet: „Wir fokussieren uns bewusst mit hoher Innovationskraft auf Materialdicken von 0,1 mm bis 1,2 mm, produzieren aber auch schon mal dickere Teile.“ Schließlich gilt bei Quittenbaum grundsätzlich die Firmenphilosophie „je kleiner und komplexer das Teil, umso geringer der Materialanteil und desto höher die Wertschöpfung“.
Zum heutigen exzellenten Ruf trägt auch die hohe Bauteilqualität bei. „Selbst bei millionenfacher Wiederholung halten wir in den Stanzprozessen die geforderte Präzision von oft nur wenigen µm sicher ein“, so Schöfegger.

3D-Software für den Werkzeugbau

ZB 460 Bild 2 Mecada t PR16-11Quittenbaum2.jpg BU

Bild 2.
Ober- und Unterseite eines fertig abgemusterten Folgeverbundwerkzeugs mit Streifenlayout: Die Durchlaufzeit
im Werkzeugbau beträgt im Schnitt etwa 20 Wochen.

ZB 460 Bild 3 Mecada t PR16-11Quittenbaum3.jpg BU

Bild 3.
Mit nur einem Werkzeug hergestellt: Diese USB-Buchse wurde von Quittenbaum so optimiert, dass auf ein früher benötigtes Frästeil verzichtet werden kann.

Konstruiert wird ausschließlich in 3D – und zwar mit Visi, Bild 1, einem System, das für den Alltag der Süddeutschen wie maßgeschneidert ist. Es ist eine speziell auf den Werkzeugbau abgestimmte Produktfamilie, Bild 2, die mit zahlreichen Modulen für CAD, CAM, PDM (Produktdatenmanagement) und Simulation auch den Blechbereich vollständig abdeckt, Bild 3. Bereits seit 2007 verfügt der Werkzeugbauer mit dem Programm über eine schnittstellenfreie, gut funktionierende 3D-Prozesskette auf Basis eines durchgängigen Datenmodells, die sich aktuell von den ersten Kundenkontakten über Machbarkeitsstudien, Methodenplanung und die Werkzeugkonstruktion bis hin zur NC-Programmierung und Visualisierung in der Fertigung erstreckt.
Derzeit nutzt Quittenbaum die Module der Software auf sechs Arbeitsplätzen, zuzüglich der sechs PCs in der Fertigung, auf denen der „Visi-Viewer“ läuft. Bei Letzterem können sich die Mitarbeiter im Werkzeugbau anhand des CAD-Modells sofort ein Bild machen, wie das betreffende Bauteil aussieht, wohin es im Werkzeug gehört und wie es montiert wird. Dies stellt eine wertvolle Hilfe dar – schließlich kommt auch hier das selbsterklärende Bedienkonzept der Software voll zum Tragen, was die Einarbeitung der Mitarbeiter weitgehend überflüssig macht.

Zahlreiche Module im Einsatz

Bei dem System bildet grundsätzlich – egal ob Konstruktion oder NC-Programmierung – das CAD-Modul „Visi Modelling“ die Grundlage, welches durch aufgabenspezifische Module jeweils ergänzt wird. An den vier Visi-Plätzen, an denen heute bei Quittenbaum in der Konstruktionsabteilung gearbeitet wird, ist dies jeweils eine Lizenz des Schnitt- und Stanzwerkzeugmoduls „Progress“ (Abwicklung, Streifenlayout, Werkzeugaufbau), der Bauteilbibliothek, von „Visi Blank“ (Zuschnittsberechnung) sowie von „Advanced Modelling“ zur zielorientierten Verformung. Mit „Peps-Wire“ sind die drei Drahterodiermaschinen seit etwa zwei Jahren in den Workflow eingebunden. Die Programme für die beiden 3-achsigen CNC-Fräsmaschinen erzeugen die Bayern schon seit 2009 mit „Machining 3D“.
Wertvolle Unterstützung leistet auch seit Kurzem die automatische Feature-Erkennung, die mit dem Modul „Compass Technologie“ zur 2- und 2,5-Achsen-Bearbeitung abgedeckt wird und bei Quittenbaum die beiden Fräsprogrammierplätze ergänzt. Compass wertet bestimmte Merkmale (Features) eines Werkstücks aus und erzeugt auf Basis hinterlegter Fertigungsdaten hierfür automatisch das NC-Programm. Bei vielen 2D-Programmen benötigt der Werkzeugbauer gegenüber früher nur noch ein Drittel der Zeit und bei Bohrungen geht es meist noch viel schneller. Von den Vorteilen der Featureerkennung profitieren die Experten in Schönau zudem auch beim Drahterodieren mit Peps-Wire – hier läuft die Programmierung mit derselben selbsterklärenden Bedienlogik ab wie sonst beim Fräsen.

Durchgängig zum Erfolg

Das Programm hat sich absolut bewährt. Bei den Bayern sind sich die Verantwortlichen einig, dass die Entscheidung, alle relevanten Bereiche komplett auf diese Software-Lösung umzustellen, wesentlich zur Erfolgsgeschichte des Unternehmens beigetragen hat. „Was wir heute in Sachen Geometrien und Toleranzen dank Visi im Werkzeugbau machen, da hätten wir noch vor zehn Jahren die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Der Anwender kann damit einfach seine Gedanken umsetzen, ohne mit dem System kämpfen zu müssen“, fasst Günther Schöfegger zusammen. „Das ist ein kontinuierlicher Prozess, bei dem immer wieder neu die Grenze des Umsetzbaren ausgelotet und nicht zuletzt auch der Standort gesichert wird. Wenn es darum geht, was machbar ist, müssen wir auch künftig immer ganz vorne mit dabei sein.“ Theo Drechsel

Info
Mecadat, Hagenaustr. 5, 85416 Langenbach, Tel. 08761 / 7620-0, Fax -90, E-Mail: info@mecadat.de, Internet: www.mecadat.de

Autoren

 Theo Drechsel

betreibt die Agentur 4marcom+PR! in Unterschleißheim

Präzisionswerkzeugbau, ...

... Stanz- und Biegeteile

Der vor 35 Jahren gegründete Betrieb verfügt heute über eine Produktionsfläche von 3000 m2 – Tendenz steigend. Rund tausend Tonnen Stahl und Buntmetall verarbeitet der Spezialist für Präzisionsstanztechnik jährlich zu komplexen Stanz- und Ziehteilen. Mehr als siebzig Mitarbeiter – davon zwanzig im Werkzeugbau – produzieren jedes Jahr rund 470 Millionen Präzisionsteile. Diese gehen zu etwa 60 % in die Automotivbranche. Darüber hinaus sind die Bereiche Elektromechanik, Hochfrequenztechnik sowie Medizingerätebau wichtige Abnehmer.

Quittenbaum GmbH, Grabenweg 32, 83471 Schönau am Königssee, Tel. 08652 / 97 72 78-0, Fax -15, E-Mail: info@quittenbaum-gmbh.de, Internet: www.quittenbaum-gmbh.de 

Verwandte Artikel

Modulare Softwareplattform vereinfacht Engineering-Aufgaben

Virtual Machining sorgt für bessere Qualität und Effizienz

Reverse Engineering haucht alten Bauteilen neues Leben ein

Serviceeinsätze als Innovations- und Verbesserungsimpulse nutzen

Effiziente Testautomatisierung von Software