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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Variantenreiche Sequenzfertigung mit MES

Die Sequenzfertigung, also mehrstufige Montageprozesse variantenreicher Produkte, ist bereits aus dem Automotive-Umfeld bekannt. Diese Art der Produktion gewinnt nicht nur mit Industrie 4.0 in immer mehr Branchen an Bedeutung. Daher stellt sich die Frage nach flexiblen Softwaresystemen, mit deren Hilfe die spezifischen Anforderungen standardisiert abgebildet werden können. Ein modernes Manufacturing Execution System (MES) bietet dafür ideale Voraussetzungen.


Montageprozesse variantenreicher Produkte verlangen sowohl schnelle Arbeitstakte als auch einen kontinuierlichen, zielgerichteten Informationsstrom. Hierzu gehören neben Arbeitsanweisungen in elektronischer Form auch Steuerkommandos für angeschlossene Peripherie wie Werkzeuge, Schrauber oder Pick-by-Light-Systeme. Bisher wurden solche Anforderungen meist mit JIT/JIS (Just-in-Time/Just-in-Sequence)-Systemen auf SPS-Technik abgebildet, die aufwendig programmiert werden müssen.
Bei über längere Zeit feststehenden Produktkonfiguratoren war dies unproblematisch. Mit immer kürzeren Produkt-Lebenszyklen ändert sich das allerdings. Künftig wird einerseits die Geschwindigkeit der heutigen JIT/JIS-Systeme benötigt, andererseits aber auch die Flexibilität einer modernen MES-Lösung. Daher ist die Integration von Funktionen zur Unterstützung von komplexen Montageprozessen in ein MES unabdingbar. Nur so lassen sich im Sinne von „Mass Customization“ auch kleine Losgrößen effizient und kostengünstig herstellen, Bild 1.

Bild 1.  Variantenreiche Montageprozesse benötigen heutzutage eine flexible Software-Unterstützung.

Bild 1.
Variantenreiche Montageprozesse benötigen heutzutage eine flexible Software-Unterstützung.

Veränderte Anforderungen

Die Versorgung von Fertigungsarbeitsplätzen mit Informationen zum aktuellen Arbeitsgang ist für ein modernes MES nichts Besonderes mehr. Auch die Erfassung relevanter Daten in Echtzeit gehört zur Grundausstattung solcher Software-Systeme. In komplexen Montageprozessen reicht es allerdings meist nicht mehr aus, Arbeitsabläufe nur grob zu strukturieren. Waren bisher Arbeitsgänge die kleinste im MES bekannte Einheit, so zwingt die Montage zu feineren Untergliederungen: sogenannten Arbeitsschritten. Auch nimmt die Bedeutung von relevanten Informationen für den Werker und die Steuerung angeschlossener Peripheriegeräte stetig zu. Aufgrund der hohen Taktrate und der Vielzahl an Varianten benötigt der Werker die passenden Informationen zu seinem Arbeitsschritt auf einen Blick und in elektronischer Form.

Montageabläufe mit MES abbilden

In der Sequenzfertigung braucht es daher neue, echtzeitfähige Steuerungs- und Informationskonzepte, die idealerweise in ein MES integriert sind.

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Autoren

Dipl.-Ing. Rainer Deisenroth

Vice President Sales & Marketing bei MPDV in Mosbach.

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