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Ausgewählte Ausgabe: 01-02-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Maximale Geschwindigkeit in der Biegetechnik

Mit „Speedmax“ präsentierte Schmale Maschinenbau der Öffentlichkeit pünktlich zum 50. Unternehmensgeburtstag eine neue Drahtbiegemaschine, die im Rundtakt 200 komplizierte Biegeteile mit jeweils bis zu 20 Biegungen in der Minute fertigen kann. Rund 150 geladene Gäste aus der drahtverarbeitenden Industrie waren zur Hausmesse nach Altena gekommen, um bei der Premiere dabei zu sein. Ein Höhepunkt war die Verleihung des Energieeffizienzpreises für das Projekt durch „Klimaexpo.nrw“.


Bild 1. Vertriebsleiter Andreas Goseberg erläutert die Vorteile des „Speedmax“ anlässlich der Live-Präsentation bei der festlichen Abendveranstaltung in Altena.

Bild 1.
Vertriebsleiter Andreas Goseberg erläutert die Vorteile des „Speedmax“ anlässlich der Live-Präsentation bei der festlichen Abendveranstaltung in Altena.

Bereits im Vorfeld hatte das Unternehmen die Erwartungen der Besucher an die neue, mehrfach patentierte Rundtaktmaschine „hochgeschraubt“. Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Die noch nicht ganz fertige Maschine lief aus Sicherheitsgründen bei der Live-Präsentation mit einer Taktleistung von 120 Stück/min und fertigte dabei Musterartikel mit jeweils neun Biegungen an, Bild 1.
Möglich wird die Taktleistung durch die Kombination von Fingerbiegern mit einem Transfer, wie er von schieberbasierten Biegemaschinen bekannt ist. „Revolutionär“ ist dabei die Idee der Schmale-Ingenieure, den Speedmax als Rundtaktmaschine zu konzipieren und insgesamt rund 90 servoelektrische Antriebe auf engem Raum zu verbauen. Das Kundeninteresse ist bereits groß und die Besucher nutzten ausgiebig die Gelegenheit, die Maschine in Aktion aus der Nähe in Augenschein zu nehmen.

Schnelle Arbeit, kurze Rüstzeiten

Speedmax kombiniert die Vorteile der CNC- und der schieberbasierten Drahtbiegekonzepte, ohne die jeweiligen Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. 20 Stationen haben auf der ringförmigen Anlage Platz. Jede einzelne erledigt ihre Aufgabe in weniger als 0,2 s. Durch den separaten Transfer werden alle Stationen gleichzeitig bedient. So ist es möglich, bei maximaler Taktleistung am Ende mehr als drei fertige Teile in der Sekunde zu erzeugen. Gleichzeitig können durch die Kombination von Fingerbiegern und Drehpositionierzangen die Teile problemlos gedreht und so in mehreren Ebenen bearbeitet werden.
Die Rüstzeiten sind – typisch für CNC-Fingerbieger – besonders kurz. Der Austausch eines Werkzeugs ist in unter 2 min erledigt; das Einrichten eines neuen Artikels ist über das Touchpanel zur Steuerung eine Sache von Sekunden. Die Achsen verfahren in die vom Programm vorgegebenen Positionen und so kann in wenigen Minuten ein neuer Artikel produziert werden.
Der auf der Hausmesse präsentierte Speedmax S mit einer Einzuglänge von maximal 300 mm Draht bei einer Dicke von 1 mm bis 4 mm ist dabei die kleinste Anlage dieser Art. „In der Schublade“ liegen bereits Pläne für den Speedmax M, der Draht mit 4 mm bis 8 mm Dicke und einer Einzuglänge bis zu 500 mm verarbeiten kann, sowie für Speedmax L (für Drahtdicken von 8 mm bis 13 mm, 500 mm Einzuglänge). Damit ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten für unterschiedliche Industriebereiche.
Nicht nur Biegeprozesse sind möglich: In den Bearbeitungsstationen ist auch der Einsatz von Stauchpressen, Präge-/Stanzpressen und Prozessmodulen für das Zuführen und Verbinden von Bauteilen zu Baugruppen vorgesehen. Somit kann das Maschinenkonzept eine breite Palette unterschiedlichster Anforderungen bedienen.

Ausgezeichnete Energieeffizienz

Ein besonderes Markenzeichen ist die hohe Energieeffizienz der Schmale-Maschinen, die auch auf den Speedmax übertragen wurde. Fast 90 servoelektrische, zum Teil eigens von Wittenstein cyber motor für die Maschine entwickelte Antriebe sorgen neben „hohem Tempo“ für möglichst geringen Energieverbrauch. Die optimierte Steuerung mit rückspeisefähigen Frequenzumrichtern ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Anlagentechnik. Für das fortschrittliche Konzept wurde das Unternehmen von der Landesinitiative des Wirtschaftsministeriums NRW ausgezeichnet (www.klimaexpo.nrw, Menüpunkt „mitmachen“). Dr. Heinrich Dornbusch, Geschäftsführer der Initiative, überreichte den Ehrenpreis bei der Abendveranstaltung in Altena persönlich.
Die Technik der servoelektrischen Antriebe wird bei Schmale seit Jahren konsequent genutzt und ständig weiterentwickelt. So konnte mit einer Studie nachgewiesen werden, dass bereits eine vor drei Jahren gebaute Maschine 72 % weniger Energie verbraucht als die zurzeit gängigen (hydraulischen) Lösungen der Mitbewerber. Das entspricht pro Jahr und Maschine einer Einsparung von 21 500 kWh und 12 t CO2. Neben den verringerten Energiekosten verkürzt sich auch die Fertigungszeit. So ergeben sich finanzielle Einsparungen von rund 25 000 Euro pro Jahr und Maschine.

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Autoren

 Birgit Etmanski

Individuelle Fertigungspakete

Bei  Schmale  Maschinenbau  in  Altena  liegt das  Hauptaugenmerk auf  einer  technologieorientierten Anlagenplanung:  „Wir  sehen  uns als  Ingeni eur büro  mit angegliedertem Maschinenbau.  Daher  gibt  es bei uns auch keine Lösung  von  der  Stange“, sagt  Geschäftsführer Daniel  Schmale.  Maßstäbe  hat  das  Unternehmen unter anderem mit  der  konsequenten Entwicklung und Integration der Servotechnik in den Steuerungsbau gesetzt. Für jedes individuelle Fertigungsproblem entwickeln die Ingenieure ein passgenaues Paket von Technologien, Bild.

Schmale

Moderne Technologien werden durch die Ingenieure  per manent weiterentwickelt.

Diese bilden stets den Ausgangspunkt der Planung von Produktionsanlagen für Draht, Rohr und Band – und so gibt es keine Serienmaschine aus dem Portfolio. Jede der Bearbeitungstechnologien kann nach dem Baukasten-Prinzip mit anderen kombiniert werden und ist nicht an ein bestehendes Maschinenkonzept gebunden.
www.schmale-gmbh.de

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